Wo bitte geht’s denn hier zur Scheidung?

Normalerweise bloggen wir auf dieser Seite über insolvenzrechtliche Themen und Fragestellungen aus der Praxis. Was hat ein Trennungs-/Scheidungsratgeber damit zu tun?

Eine Insolvenz hat regelmäßig vielfältige Ursachen, die nicht immer nur mit der Unternehmensführung, Forderungsausfällen etc. zusammenhängen. Auch bei Privatinsolvenzen kommen oftmals viele Umstände zusammen. Gerät der Arbeitgeber oder die eigene Unternehmung in Insolvenz, leidet darunter oft die Ehe, die Familie und die Gesundheit. Besondere Probleme können sich ergeben, wenn der Ehepartner in der gemeinsamen Firma mitarbeitet, sei es tatsächlich oder nur auf dem Papier. Hier können unüberlegte/vorschnelle (Ent-)Scheidungen zu katastrophalen finanziellen und nicht mehr rückgängig zu machenden Nachteilen führen. Diese können letztlich in der Insolvenz der Firma oder ihrer Inhaber münden.

Bereits vor einiger Zeit habe ich einen kleinen Scheidungsratgeber der etwas anderen Art zunächst als E-Book veröffentlicht. Auf humorvolle Art und Weise beantworte ich dort die wirklich wesentlichen mit einer Trennung und Ehescheidung zusammenhängenden Fragen.  Dieser Ratgeber soll – trotz der teilweisen übertriebenen Darstellung – vor allem zum Nachdenken anregen. Im Gegensatz zu den üblichen juristischen Ratgebern bietet er eine unterhaltsame Lektüre mit vielen Denkanstößen und Tipps für eine entspannte, selbstbestimmte Trennung und Scheidung.

Aufgrund vielfacher Nachfrage ist „Wo bitte geht’s denn hier zur Scheidung“ nun auch in Papier hier erhältlich.

Und den wichtigsten Tipp gebe ich hier gratis:  Gehen Sie niemals zu einem Anwalt, wenn Sie nicht absolut sicher sind, sich trennen oder scheiden lassen zu wollen!

Hier gibt es einen Blick ins Buch

Aus dem Inhalt:

Vorwort
Die Ent-Scheidung
Trennung
Kohle
Ehegattenunterhalt
Zugewinn
Unsere Villa, unsere kleine Farm und unser kleines Reihenhäuschen
Krempel
Kinder
Sorge
Heute hier, morgen da: Das Wechselmodell
Kindesunterhalt
Leistungen nach dem UVG
Wenn ich einmal alt bin
Zu guter Letzt

Visitenkarte Uwe Grünert, Fachanwalt für Insolvenzrecht

Änderung des Pfändungsfreibetrages ab 01.07.2019

Nach der letzten Anpassung der Pfändungsfreigrenzen vor zwei Jahren sind die Freibeträge turnusgemäß erneut angehoben worden (Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2019) . Der Pfändungsfreibetrag für Arbeitseinkommen ist um 40 € auf nunmehr 1.179,99 € angestiegen. Für das Pfändungsschutzkonto ist der Freibetrag auf 1.178,59 € angestiegen.

Auch bei höheren Einkünften und Unterhaltspflichten wirkt sich der gestiegene Freibetrag deutlich aus.

Hier können Sie Ihren neuen Pfändungsfreibetrag errechnen, die Pfändungstabellen einsehen und weitere Informationen zur Berechnungsweise erhalten.

Ab wann gelten die Regelungen?

Die geänderten Pfändungsfreibeträge gelten ab dem 01.07.2019.

Welche Einkünfte sind betroffen?

Die Pfändungsfreigrenzen gelten für alle Pfändungen von Arbeitseinkommen oder Sozialleistungen sowie bei Lohnabtretungen (meist Ratenkrediten von Kreditinstituten) und zur Ermittlung des Freibetrages im Insolvenzverfahren.

Werden die neuen Beträge automatisch berücksichtigt?

Der Arbeitgeber ist bei laufenden Pfändungen und Abtretungen verpflichtet, die neuen Beträge ab dem 01.07.2019 zu berücksichtigen. Gleiches gilt bei der Pfändung oder Abtretung von Sozialleistungen.

Tipp: Prüfen Sie anhand der aktuellen Pfändungstabelle oder des Pfändungsrechners, ob der pfändbare Betrag richtig ermittelt worden ist.

Ausnahme: Liegt ein gerichtlicher Beschluss vor, der den Pfändungsfreibetrag festgelegt hat, findet keine automatische Anpassung statt! Hier müssen Sie zügig eine Anpassung beantragen. Die neuen Freigrenzen gelten erst, wenn ein neuer Beschluss ergangen ist!

Gibt es Besonderheiten beim P-Konto?

Die Kreditinstitute müssen die Änderung der Pfändungsfreigrenzen (Sockelbetrag in Höhe von 1.178,59 € und für die erste weitere Person und 443,57 € und jeweils 247,12 € für die 2.-5. Person) automatisch berücksichtigen.

Wie kann der pfändungsfreie Betrag ermittelt werden?

Ihren aktuellen Pfändungsfreibetrag können Sie hier berechnen. Darüber hinaus erhalten Sie weitere Informationen zur Ermittlung des Nettoeinkommens und für die Berücksichtigung von Unterhaltspflichten.

Visitenkarte Uwe Grünert, Fachanwalt für Insolvenzrecht

Schuldenfrei in drei Jahren?

EU beschließt: Schuldenfreiheit für Privatpersonen und Unternehmer in drei Jahren!

Derzeit können Privatpersonen und Unternehmer (Selbstständige, Kleingewerbetreibende) im Rahmen eines Privat- oder Regelinsolvenzverfahrens die Schuldenfreiheit innerhalb von sechs Jahren erhalten. Die Frist verkürzt sich auf fünf Jahre, wenn die Kosten des Verfahrens gedeckt sind.

Können zudem 35 % der Verbindlichkeiten innerhalb von drei Jahren bezahlt werden, wird die Restschuldbefreiung schon nach drei Jahren erteilt. In der Praxis gelingt dies jedoch weniger als 2% aller Schuldner.

Was hat die EU nunmehr beschlossen?

Das Europäische Parlament, der Rat und die Kommission haben sich auf eine einheitliche Entschuldungsfrist in der EU von drei Jahren geeinigt. Hierdurch soll jede redliche natürliche Person oder Unternehmer eine schnelle zweite Chance für einen Neuanfang erhalten.

Wann tritt die neue Regelung in Kraft?

Die Richtlinie der EU wird voraussichtlich im Sommer 2019 vorliegen. Nach der Veröffentlichung müssen die Mitgliedstaaten die Richtlinie innerhalb einer Frist von zwei Jahren in nationales Recht umsetzen. Daher werden die Neuregelungen voraussichtlich spätestens zum Jahresende 2021 inkrafttreten.

Für wen gelten die neuen Regelungen? / Gibt es eine Rückwirkung für bereits laufende Verfahren?

Üblicherweise gilt die Regelung nur für die Verfahren, die ab dem Inkrafttreten der Neuregelungen beantragt oder eröffnet werden. Mit einer Verkürzung der Verfahrensdauer für bereits eröffnete Verfahren ist nicht zu rechnen.

Ist es sinnvoll mit einer Entschuldung zu warten, bis die Neuregelungen inkrafttreten?

Diese Frage ist nicht einheitlich zu beantworten. Hier kommt es entscheidend auf die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse an. Bestehen bereits erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten, sind Kredite gekündigt, pfänden Gläubiger und wird ein Pfändungsschutzkonto geführt, ist es oftmals sinnvoll, umgehend eine Entschuldung einzuleiten.

Bei jeder seriösen Beratung zu einer Entschuldung durch Einleitung eines Privatinsolvenzverfahrens wird geprüft, ob Sie von den Neuregelungen profitieren oder ob es für Sie sinnvoll ist, sofort mit Ihrer Entschuldung zu beginnen.

Welche Möglichkeiten gibt es bereits jetzt für eine schnelle Entschuldung?

Neben der Durchführung eines Insolvenzverfahrens mit einer Laufzeit von drei, fünf oder sechs Jahren ist eine wirklich schnelle Schuldenregulierung nur möglich, wenn Sie die Möglichkeit haben, dass von dritter Seite ein Einmalbetrag zur Entschuldung bereitgestellt wird.

Siehe hierzu auch:

Einfach und schnell schuldenfrei – Wie geht das?