GRÜNERT Rechtsanwälte | Fachanwalt für Insolvenzrecht
Hauptmenü
  • Start
  • Privatinsolvenz
    • Ziele der Privatinsolvenz
    • Wer kann Privatinsolvenz anmelden?
    • Kosten
    • Vorbereitung der Privatinsolvenz
    • Wie läuft das Verfahren ab?
    • Worauf müssen Sie achten?
    • Versagungsgründe und Versagungsanträge
    • Vermögenswerte im Insolvenzverfahren
    • Forderungsverzeichnis
    • Der Insolvenzverwalter
    • Ausnahmen zur Restschuldbefreiung
    • FAQ – Häufig gestellte Fragen & Antworten
    • Close
  • Insolvenzrecht
      • Insolvenz Strategie
      • Geschäftsführerhaftung in der Insolvenz
      • Freigegebene selbständige Tätigkeit
      • Weiterbelieferung und Zahlungssicherstellung
      • Insolvenzplan – Sanierung und Restrukturierung
      • Abwehr von Ansprüchen des Insolvenzverwalters
      • Durchsetzung von Gläubigeransprüchen
      • Arbeitsrecht in der Insolvenz
      • Erbrecht und Insolvenz
      • Familienrecht in der Insolvenz
      • Mietrecht in der Insolvenz
      • Sozialrecht in der Insolvenz
      • Steuerrecht in der Insolvenz
      • … weitere Themen mit insolvenzrechtlichem Bezug
    • Close
  • Kanzlei
    • Rechtsanwalt Uwe Grünert
    • Rechtsanwältin Katalin Grünert
    • Rechtsanwalt Jan Crummenerl
    • Close
  • Blog
  • Kontakt
  • einfach schuldenfrei
  • Menü Menü
Sie sind hier: Startseite1 / Blog2 / Allgemein3 / Schulden und Burnout
istockphoto

Schulden und Burnout

15. November 2022/von Rechtsanwältin Katalin Grünert

Der Zusammenhang zwischen Schulden und psychischen Erkrankungen ist bereits seit vielen Jahren bekannt und wurde in Deutschland bereits 2007 im Rahmen einer Studie der Universität Mainz umfassend untersucht. (siehe auch https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/news-archiv/artikel/studie-schulden-essen-seele-auf)

Schulden verursachen Stress und können neben anderen körperlichen und psychischen Erkrankungen zum Beispiel eine bereits bestehende Burnout-Symptomatik verschlimmern.

Ein Fall aus der Praxis

So wie bei Frau B., deren Fall wir hier auf ihren ausdrücklichen Wunsch in leicht veränderter und anonymisierter Form schildern.

Frau B. suchte uns im Spätsommer 2018 erstmalig auf. Sie ist zu diesem Zeitpunkt  47 Jahre alt und betreibt seit einigen Jahren einen Internet-Versandhandel mit gebrauchten Haushaltsgegenständen. Das Geschäft lief viele Jahre gut. Doch dann kam einiges zusammen:

Infolge mehrerer persönlicher Schicksalsschläge (Mehrfachbelastung durch Pflege ihrer Eltern, Tod ihres Vaters und der Trennung von ihrem Ehemann) war sie immer wieder phasenweise arbeitsunfähig und kam mit dem Geschäftsbetrieb nicht mehr klar. Sie grübelte, konnte nicht mehr schlafen und bekam nächtliches Herzrasen.

Arbeit und Rechnungen blieben liegen.  Sie öffnete die Post nicht mehr und verließ das Haus kaum noch. Schließlich wurde ein Burnout diagnostiziert. Deswegen befindet sie sich seit Monaten sowohl in ärztlicher als auch psychotherapeutischer Behandlung, bisher jedoch ohne wesentliche Verbesserung.

Zu ihrem ersten Beratungsgespräch in unserer Kanzlei erscheint Frau B. gemeinsam mit ihrem Sohn. Sie bittet um Beratung, wie sie sich verhalten soll, da mittlerweile Gläubiger versuchen, bei ihr zu vollstrecken. Sie wirkt extrem niedergeschlagen und kann sich kaum auf das Gespräch konzentrieren. Teilweise wirkt sie desorientiert. Ihr Sohn hilft, die wesentlichen Punkte zu schildern und einen Teil der benötigten Unterlagen herauszusuchen. Zwischendurch kommen Frau B. immer wieder die Tränen. Sie macht sich Vorwürfe, dass sie so viele Dinge liegengelassen und sich nicht gekümmert hat.

Nachdem die ersten Fragen geklärt sind, erläutern wir Frau B., dass sie zu ihrer Entschuldung ein Insolvenzverfahren durchlaufen kann und besprechen mit ihr den Verfahrensablauf. Wir benötigen allerdings noch weitere Informationen und Unterlagen. Am Ende des Gesprächs scheint sie ein wenig erleichtert und verabschiedet sich mit der Zusage, sich sofort um alles zu kümmern.

Doch dann hören wir über einen längeren Zeitraum nichts. Frau B. reagiert auch nicht auf eine unserer E-Mails bzw. unsere Schreiben. Unsere Mitarbeiterinnen sprechen ihr mehrfach auf die Mobilbox und bitten um Rückruf, doch nichts passiert.

Nach mehreren Monaten vereinbart sie erneut einen Termin. Sie teilt mit, dass sie mit dem Zusammenstellen der Unterlagen völlig überfordert sei und diese nicht einmal anfassen könne. Wir besprechen mit ihrem Sohn, dass dieser alle Unterlagen heraussucht und wir diese gegen eine Aufwandsentschädigung aufarbeiten. Tatsächlich erhalten wir nach wenigen Tagen alle Unterlagen, die von unseren Mitarbeiter*innen sortiert, strukturiert und aufgearbeitet werden. Innerhalb von zwei Wochen können wir für Frau B. einen Insolvenzantrag stellen.

Ein paar Monate später treffen wir uns erneut, um einige Formalien wegen des mittlerweile laufenden Insolvenzverfahrens zu besprechen. Und da fällt uns eine gravierende Veränderung auf : Frau B. wirkt fröhlich, hat eine aufrechte Körperhaltung und eine gesunde Gesichtsfarbe.

Da wir von ihren gesundheitlichen Problemen wissen, fragen wir nach.  Sie erzählt, wie viel besser sie schlafen kann, seitdem alles in Gang gekommen ist.  Sie hat viele andere Dinge in ihrem Leben in Angriff genommen: Sie hat sich arbeitssuchend gemeldet und einen 450 EUR Job angenommen. Insgesamt schaut sie bei allen Schwierigkeiten nun optimistisch in die Zukunft.

Fazit

Nicht immer ist der Einfluss, den Schulden auf die Psyche haben, so offensichtlich wie im Fall von Frau B. und nicht immer kann eine Burnout-Symptomatik so schnell positiv beeinflusst werden. Das Burnout-Syndrom hat vielfältige Ursachen und die Behandlung ist oft langwierig und kräftezehrend.

Manchmal lohnt es sich, zusätzlich zu einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Behandlung auch andere Wege zu beschreiten. Denn jeder noch so kleine Schritt in Richtung Schuldenfreiheit trägt zu einer Verbesserung des Selbstwertgefühls und der Besserung psychischer Symptome bei. Manchmal ist es hilfreich, Dinge einfach anzugehen, um aus der Abwärtsspirale herauszukommen.

Im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtungsweise sollte daher neben allen medizinischen und sozialen Faktoren insbesondere auch die Schuldensituation mitberücksichtigt werden.

 

 

Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Auf WhatsApp teilen
  • Per E-Mail teilen
https://gruenertonline.de/wp-content/uploads/2022/09/iStock-1333096357.jpg 836 1254 Rechtsanwältin Katalin Grünert https://gruenertonline.de/wp-content/uploads/2016/11/Logo-Gruenert-2.png Rechtsanwältin Katalin Grünert2022-11-15 12:40:382022-12-02 10:08:39Schulden und Burnout
Das könnte Sie auch interessieren
Mietkaution im Insolvenzverfahren (Wohnraummiete)
iStock Schulden bei der Krankenkasse – Habe ich trotzdem einen Anspruch auf ärztliche Behandlung?
Schuldenfrei ins neue Jahr ?
Neuregelungen für das Pfändungsschutzkonto ab dem 01.12.2021
Verkürzung der Restschuldbefreiung auf 3 Jahre für Verbraucher*innen sowie unternehmerisch tätige Schuldner*innen ab dem 01.10.2020
Unterhalt und Schulden – Wann muss man einen Insolvenzantrag stellen?

Neueste Beiträge

  • Wann lohnt sich ein Privatinsolvenzverfahren? Ein typischer Fall aus unserer Kanzlei
  • Schulden oder Neuanfang?
  • Schuldenprophylaxe
  • Einfach anders – Einfach schuldenfrei
  • Journaling bei Schulden

Kategorien

  • Allgemein
  • Arbeitsrecht
  • Fallgeschichten
  • Familienrecht
  • Insolvenzrecht
  • Mietrecht
  • Pfändung
  • Privatinsolvenz
  • Schuldnerberatung
  • Unterhalt

Archiv

  • April 2026
  • März 2026
  • Februar 2026
  • Januar 2026
  • Oktober 2025
  • Januar 2024
  • März 2023
  • Dezember 2022
  • November 2022
  • September 2022
  • August 2022
  • Juni 2022
  • Dezember 2021
  • November 2021
  • Dezember 2020
  • Oktober 2020
  • Juli 2020
  • Mai 2020
  • April 2020
  • März 2020
  • Januar 2020
  • Dezember 2019
  • November 2019
  • Oktober 2019
  • September 2019
  • August 2019
  • Juli 2019
  • Juni 2019
  • Mai 2019
  • April 2019
  • Februar 2019
  • November 2018
  • Juli 2018
  • Mai 2018
  • April 2018
  • Februar 2018
  • Januar 2018
  • November 2017
  • Kontakt
  • Downloads/Links
  • Impressum
  • Datenschutz
Link to: Ist die Energiepreispauschale pfändbar? Probleme für Arbeitgeber und überschuldete Personen Link to: Ist die Energiepreispauschale pfändbar? Probleme für Arbeitgeber und überschuldete Personen Ist die Energiepreispauschale pfändbar? Probleme für Arbeitgeber und überschuldete...iStockphoto Link to: Ordner, Locher, Trennstreifen oder geht das auch einfacher? Link to: Ordner, Locher, Trennstreifen oder geht das auch einfacher? iStockphotoOrdner, Locher, Trennstreifen oder geht das auch einfacher?
Nach oben scrollen